Robin Pekerman ist Dozent für Wirtschaftsinformatik an der HSO Wirtschafts- und Informatikschule.
Er unterrichtet digitale Transformation, Changemanagement und neue Technologien.

Daneben arbeitet er am Verwaltungsgericht des Kantons Zürich als Programmleiter für die Digitale Transformation und ist Mitglied im Expertenausschuss eCH, wo Standards für eGovernment entwickelt werden.

  • Welcher digitale Trend in der Bildung wird die Zukunft viel stärker prägen, als wir denken?

Mit der wachsenden Anzahl von technologischen Möglichkeiten wird das Online-Klassenzimmer noch mehr an Bedeutung gewinnen. Online-Plattformen werden die Lern- und Lehrmethoden der Anspruchsgruppen stark verändern und die Flexibilität und die Kreativität im Unterricht fördern. Die Lehrpläne könnten in Zukunft vermehrt auf die digitalen Lösungen bzw. Angebote der Institute angepasst werden.
Mit den gelernten neuen Methoden und Tools könnten die Lernenden für die Arbeitswelt besser bzw. auf die Praxis gut vorbereitet werden. Des Weiteren werden die Lernmanagementsysteme die Lehrkräfte dabei unterstützen, den Fortschritt der Lernenden im Unterricht zu verfolgen. Sie werden sehen, ob die Lernenden mit den aufgezeichneten und übertragenen Unterrichtsstunden zurechtkommen oder nicht. Damit werden sie über ein effizientes Nachverfolgungssystem verfügen, das ihnen die Möglichkeit gibt, bei Bedarf zeitgerechte Unterstützung zu geben.

  • Welcher digitale Trend erhält Ihrer Meinung nach zu viel Beachtung und welcher zu wenig?

Derzeit werden die Cloud-Lösungen sowohl im eLearning Bereich, aber auch in anderen Bereichen wegen der einfachen Zugänglichkeit und der hohen Flexibilität als Gamechanger betrachtet, deren Anwendung in Zukunft wegen neuer, restriktiver Datenschutzbestimmungen vermieden werden könnte. Daher müssen die Bildungsinstitute ihre Digitalisierungsstrategien auf solche Risiken prüfen.
Hingegen wird dem individualisierten Lernen durch Learning Analytics weniger Beachtung geschenkt. Mit Learning Analytics könnten die Daten jedes Lernenden während des Lernens erhoben und analysiert und danach ausgewertet werden.
Damit kann dem Lernenden ein spezifisches Lernangebot zur Verfügung gestellt werden, das individuell und gezielt auf  seine inhaltlichen und didaktischen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Das traditionelle Lernen nach dem Giesskannenprinzip kann somit durch intelligentes adaptives Lernen ersetzt werden.

  •  Was, denken Sie, wird in unserer Bildungslandschaft in 20 Jahren anders sein?

Es lässt sich vermuten, dass mit der zunehmenden Digitalisierung des Lernens und des Arbeitsplatzes die Sozialkompetenzen der Lernenden vernachlässigt werden könnten, die für die Arbeitswelt sehr bedeutend sind. In einem Bericht des World Economic Forum, «Future of Jobs», steht, dass zu den wichtigsten Fähigkeiten Kreativität, kritisches Denken, Problemlösung und Mitarbeiterführung gehören. Deshalb müssten Bildungsinstitute bestrebt sein, die Soft Skills der Lernenden zu fördern und zu entwickeln. Dafür werden andere Formate und Konzepte eingesetzt werden.
Nebst der Personalisierung des Lernens etwa mittels Lernplattformen, die durch Algorithmen unterstützt werden, wird die Entwicklung von flexiblen, neuen Lernumgebungen stattfinden, wo dann auch kulturelle und künstlerische Bildung gefördert werden. Virtual und Augmented Reality werden das Angebot ergänzen.

Sind Sie bereit um Bindeglied zwischen Wirtschaft und Informatik zu werden, dann nehmen Sie den Dipl. Wirtschaftsinformatiker/in HF genauer unter die Lupe.