Themenübersicht
- Das Wichtigste in Kürze
- Was macht ein:e Wirtschaftsinformatiker:in?
- Warum lohnt sich die Weiterbildung gerade jetzt?
- Welche Rollen warten nach der Weiterbildung?
- Welche Abschlüsse gibt es in der Wirtschaftsinformatik?
- Welche Weiterbildung passt zu Deinem Ziel?
- Für wen ist diese Weiterbildung nicht geeignet?
- Welche Skills erwarten Arbeitgeber?
- Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?
- Was kostet die Weiterbildung – und wer fördert sie?
- Welche Karrierepfade öffnet der Abschluss?
- HSO im Fokus: Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF

Wirtschaftsinformatik verbindet Business-Analyse, IT-Prozesse und Projektmanagement – und genau diese Schnittstellenkompetenz ist auf dem Schweizer Arbeitsmarkt gefragt. Wer Anforderungen aus dem Fachbereich in funktionierende IT-Lösungen übersetzt, übernimmt schnell mehr Verantwortung. Die passende Weiterbildung entscheidet darüber, wie weit dieser Weg führt: vom eidg. Fachausweis über das HF-Diplom bis zum Hochschulabschluss.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirtschaftsinformatik ist eine Schnittstellendisziplin zwischen Business und IT – nicht Softwareentwicklung, sondern Anforderungen, Prozesse und Projekte.
- Zwei staatlich anerkannte Abschlüsse stehen im Zentrum: der eidg. Fachausweis (NQR-Stufe 5, 3 Semester) und das Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF (NQR-Stufe 6, 6 Semester).
- Das HF-Diplom ist berufsbegleitend und lässt sich mit vorhandenem Fachausweis verkürzt absolvieren.
- Für den Fachausweis gibt es nach Antritt der eidg. Prüfung bis zu 50% der Kursgebühren zurück (max. CHF 9’500, unabhängig vom Ergebnis). Beim HF-Diplom ist das Schulgeld bereits durch Kantonsbeiträge subventioniert.
- An der HSO sind beide Abschlüsse berufsbegleitend möglich – das HF-Diplom mit vier Startterminen pro Jahr.
Was macht ein:e Wirtschaftsinformatiker:in?
Wirtschaftsinformatiker:innen sind die Übersetzer:innen zwischen Fachabteilung und IT – sie erheben Anforderungen, modellieren Prozesse und sorgen dafür, dass IT-Lösungen den Geschäftszweck wirklich erfüllen. Die Rolle ist bewusst breit: An einem Tag werden mit dem Fachbereich Use Cases geschrieben, am nächsten ein Prozess in BPMN abgebildet, dann ein Projektstand mit der Entwicklung abgestimmt. Im Unterschied zur klassischen Informatik liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Programmieren, sondern auf Analyse, Methodik und Kommunikation. Wer gern strukturiert denkt und zwischen Menschen mit unterschiedlichem Vokabular vermittelt, findet hier ein Berufsfeld mit vielen Anschlussmöglichkeiten.
Warum lohnt sich die Weiterbildung gerade jetzt?
Der Fachkräftemangel im ICT-Bereich ist in der Schweiz strukturell – und Schnittstellenrollen, die Business und Technik verbinden, sind besonders schwer zu besetzen. Digitalisierungsprojekte scheitern selten an der Technik allein, sondern an unklaren Anforderungen und fehlender Übersetzung zwischen Fach und IT. Genau diese Lücke füllen Wirtschaftsinformatiker:innen. Eine anerkannte Weiterbildung macht diese Kompetenz sichtbar und öffnet den Weg in Projekt-, Produkt- und Führungsverantwortung – mit entsprechend attraktiver Vergütung je nach Erfahrung und Rolle.
Welche Rollen warten nach der Weiterbildung?
Die zwei häufigsten Zielrollen sind Business Analyst / Requirements Engineer und Product Owner / Projektleitung – beides Schnittstellenpositionen mit überdurchschnittlichem Lohnpotenzial.
Business Analyst / Requirements Engineer
Anforderungen erheben, Prozesse modellieren, Lösungen skizzieren: Diese Rolle ist der klassische Einstieg an der Schnittstelle. Mit einigen Jahren Erfahrung ist die Vergütung überdurchschnittlich und steigt mit Verantwortung und Spezialisierung weiter an.
Product Owner / Projektleitung / Applikationsverantwortung
Backlog führen, Teams steuern, Budget und Roadmap verantworten: Wer hier ankommt, verbindet IT-Know-how mit Führungs- und Change-Kompetenz. Diese Rollen gehören zu den am besten vergüteten Positionen im Umfeld – abhängig von Branche, Region und Projektgrösse.
Welche Abschlüsse gibt es in der Wirtschaftsinformatik?
In der Schweiz führen vier Wege weiter: der eidg. Fachausweis (BP), das Dipl. HF, der Bachelor FH und die FH-Weiterbildungen CAS/DAS/MAS – sie unterscheiden sich in NQR-Stufe, Dauer, Kosten und Zielgruppe. Die folgende Übersicht ordnet sie ein:
| Abschluss | NQR | Dauer | Kosten | Förderung | Für wen |
|---|---|---|---|---|---|
| Eidg. Fachausweis (BP) | 5 | 3 Semester | CHF 16’013 brutto / CHF 8’006.50 netto | Bis 50% Bundesbeitrag (max. CHF 9’500) nach Prüfungsantritt | Praktiker:innen mit klarer Vertiefung |
| Dipl. HF | 6 | 6 Semester | CHF 19’430 netto / rund CHF 540/Monat | Schulgeld durch Kantonsbeiträge subventioniert | Schnittstellen- und Führungsrollen |
| Dipl. HF (verkürzt) | 6 | 4 Semester | Auf Anfrage | Schulgeld durch Kantonsbeiträge subventioniert | FA-Absolvent:innen mit Anschlussziel |
| Bachelor FH | 6 | 6–10 Semester | Je nach Hochschule | Variiert | Akademische Vertiefung angestrebt |
| CAS / DAS / MAS | 7–8 | Variiert | Je nach Programm | Variiert | Erfahrene und Führungskräfte |
Eidg. Fachausweis Wirtschaftsinformatik (BP)
Der Wirtschaftsinformatiker:in mit eidg. Fachausweis ist die kompakte, praxisnahe Vertiefung auf NQR-Stufe 5. In drei Semestern liegt der Fokus auf Prozessmodellierung, Requirements Engineering und IT-Controlling. Der Weg eignet sich für Praktiker:innen, die gezielt vertiefen wollen, ohne ein breites Managementpaket zu belegen. Im Vergleich zum HF-Diplom ist er kürzer und günstiger, bietet dafür weniger Breite und eine geringere Anrechnung für spätere Studien. Hintergrund zum Nutzen eines eidg. Fachausweises bietet der Beitrag zu den Vorteilen des eidgenössischen Fachausweises.
Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF
Das Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF steht auf NQR-Stufe 6 – gleichrangig mit dem Bachelor FH. In sechs Semestern werden Business Analysis, Projektmanagement, Requirements, Software Engineering, Datenbanken sowie Change und Leadership abgedeckt. Der Abschluss richtet sich an Berufsleute mit Ambition auf Schnittstellen- und Führungsverantwortung und ist durchlässig in Richtung Fachhochschule. Wer bereits den Fachausweis hat, kann den HF-Lehrgang in verkürzter Form (4 Semester) belegen.
Bachelor FH Wirtschaftsinformatik
Der Bachelor FH (NQR-Stufe 6) dauert drei Jahre Vollzeit oder vier bis fünf Jahre berufsbegleitend und legt den Schwerpunkt auf Theorie, wissenschaftliches Arbeiten und Forschungsmethoden. Er passt für alle, die akademisch vertiefen und allenfalls einen Master anschliessen möchten.
CAS / DAS / MAS (FH-Weiterbildung)
Diese Weiterbildungen reichen vom CAS (10–15 ECTS) über das DAS (rund 30 ECTS) bis zum MAS (ab 60 ECTS) und dienen der gezielten Spezialisierung, etwa in Business Analysis, Digitalisierung oder IT-Projektmanagement. Sie richten sich an Erfahrene und Führungskräfte, weniger an den Ersteinstieg.

Welche Weiterbildung passt zu Deinem Ziel?
Die Wahl hängt vom angestrebten Rollenbild ab: Für Business-Analysis-Rollen deckt die HF die Methodik vollständig ab, für Produkt- und Projektverantwortung kommt Führungs- und Change-Kompetenz dazu.
Ziel: Business Analyst / Requirements Engineer
Die HF deckt Methoden wie Requirements, BPMN/UML, Datenmodellierung und IT-Controlling auf NQR-Stufe 6 ab. Wer bereits Praxis mitbringt und eine kompakte Vertiefung sucht, fährt mit dem Fachausweis günstiger und schneller. Die Lohnperspektive in dieser Rolle ist überdurchschnittlich und wächst mit der Erfahrung.
Ziel: Product Owner / Projektleitung / Applikationsverantwortung
Die HF verbindet IT-Know-how mit Projekt-, Change- und Führungsthemen – ideal für Verantwortung in Produkt und Projekt. Danach lässt sich gezielt ein CAS in Product Ownership, Scrum oder IT-Projektmanagement anschliessen. Diese Rollen gehören zu den am besten vergüteten im Umfeld der Wirtschaftsinformatik.
Für wen ist diese Weiterbildung nicht geeignet?
Wirtschaftsinformatik ist eine Schnittstellendisziplin – wer eine rein technische oder rein akademische Laufbahn sucht, ist anderswo besser aufgehoben. Vier Konstellationen passen typischerweise nicht:
- Wer einen rein technischen Informatik-Abschluss mit Schwerpunkt Entwicklung und Coding anstrebt: Die Wirtschaftsinformatik ist Schnittstelle, kein Tech-Deep-Dive.
- Wer keinerlei beruflichen Bezug zum Umfeld IT/Business hat: Eine Zulassung «sur dossier» ist möglich, der Stoff setzt aber Praxisbezug voraus.
- Wer einen forschungsorientierten, methodisch-akademischen Weg sucht: Ein Bachelor FH oder ein Universitätsstudium passt besser.
- Wer keine zwei bis drei Jahre für ein berufsbegleitendes Studium einplanen kann: Der Fachausweis (3 Semester) ist die kompaktere Alternative.
Welche Skills erwarten Arbeitgeber?
Gefragt ist die Kombination aus methodischem Handwerk und Kommunikationsstärke – Tools sind erlernbar, die Übersetzungsleistung zwischen Fach und IT ist der eigentliche Mehrwert.
Hard Skills
- Requirements Engineering (User Stories, Use Cases)
- Prozessmodellierung (BPMN, UML)
- Datenmodellierung und SQL
- Software-Grundlagen und Architektur
- IT-Projektmanagement (Scrum, Kanban, klassisch)
- Tools: Excel Advanced, Power BI, Jira, Confluence
Soft Skills
- Klare Kommunikation zwischen Fach, Entwicklung und Management
- Analytik und Struktur
- Stakeholder-Management
- Selbstorganisation
- Change-Kompetenz
Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?
Der Zugang unterscheidet sich nach Abschluss: Die Berufsprüfung verlangt ICT-Praxis, die HF setzt einen einschlägigen EFZ oder eine Zulassung sur dossier voraus.
Berufsprüfung (Fachausweis)
- EFZ (z. B. Informatik, Mediamatik, KV) plus 2 Jahre ICT-Praxis
- oder ein anderer Abschluss plus 4 Jahre ICT-Praxis
- Die Details regelt die Prüfungsordnung.
Höhere Fachschule (HF)
Zugang haben Personen mit einem EFZ als Informatiker:in, Mediamatiker:in, Kauffrau/-mann oder einem Diplom einer Wirtschaftsmittelschule. Personen mit einem anderen EFZ, gymnasialer Matura oder einem gleichwertigen Abschluss können «sur dossier» zugelassen werden, wenn sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im Umfeld der Wirtschaftsinformatik mitbringen.
Was kostet die Weiterbildung – und wer fördert sie?
Beide Wege werden öffentlich gefördert – aber über zwei unterschiedliche Mechanismen: Beim Fachausweis zahlt der Bund an die Lernenden zurück, beim HF-Diplom ist das Schulgeld bereits durch Kantonsbeiträge vergünstigt.
Bundesbeitrag (Berufsprüfung / Fachausweis)
- Bis zu 50% der Kursgebühren zurück nach Antritt der eidg. Prüfung – unabhängig vom Ergebnis.
- Maximal CHF 9’500.
- Der Antrag erfolgt nach der Prüfung beim SBFI. An der HSO bedeutet das beim Fachausweis Wirtschaftsinformatik konkret: CHF 16’013 brutto, nach Bundesbeitrag rund CHF 8’006.50 netto.
Wie der Mechanismus im Detail funktioniert, erklärt die HSO-Seite zu den Bundesbeiträgen für eidgenössische Prüfungen.
HF-Diplom
- Kein Bundesbeitrag im Rahmen der Subjektfinanzierung – dafür ist das Schulgeld bereits subventioniert.
- Die Studiengänge der Höheren Fachschulen werden durch Kantonsbeiträge unterstützt, die direkt von den Studiengebühren abgezogen werden (rund CHF 2’100 pro Semester).
- An der HSO ergibt das für das Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF einen Nettobetrag von CHF 19’430 – das entspricht rund CHF 540 pro Monat.
Welche Karrierepfade öffnet der Abschluss?
Die Wirtschaftsinformatik-Abschlüsse sind durchlässig: Vom Fachausweis über das HF-Diplom führen anerkannte Wege bis zum Bachelor FH und zu Nachdiplomstudien. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Anschlüsse:
| Von | Nach | Anschluss |
|---|---|---|
| EFZ / Matura (sur dossier) | Eidg. Fachausweis (NQR 5) | Kompakter Einstieg in die Schnittstelle |
| Eidg. Fachausweis | Dipl. HF (NQR 6) | Verkürzter HF-Lehrgang (4 Semester) möglich |
| Dipl. HF | Bachelor FH | Anrechnung von ECTS je nach Hochschule und Verfahren |
| Dipl. HF | NDS HF / EMBA / MAS | Zulassung dank NQR-6-Einstufung in der Regel möglich |
Konkret bedeutet das: Vom HF-Diplom führt der Weg in Richtung Bachelor FH, wobei die Anrechnung von ECTS je nach Fachhochschule und Anrechnungsverfahren unterschiedlich ausfällt und vorab abzuklären ist. An der HSO besteht mit dem Bachelor-Brückenangebot der SRH ein nahtloser Anschluss. Auch ein MAS ist nach dem HF-Diplom dank NQR-6-Einstufung in der Regel zugänglich. Wer bereits den Fachausweis hat, nutzt den verkürzten HF-Weg. Und nach dem HF-Diplom sind Weiterbildungen im NDS HF als Weiterbildung nach dem HF-Diplom oder ein EMBA möglich.
Mit dem HF-Diplom sicherst Du Dir Breite, Anerkennung auf NQR-Stufe 6 und vielfältige Optionen für Bachelor- oder Master-Stufen.
HSO im Fokus: Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF
An der HSO lässt sich das HF-Diplom berufsbegleitend, durchlässig und praxisnah absolvieren – mit vier Startterminen pro Jahr.
- NQR 6, schweizweit anerkannt: Ein eidgenössischer Titel mit hohem Ansehen in der Wirtschaft.
- Durchführungsorte: Bern, Zürich-Altstetten und online – mit vier Startterminen pro Jahr und dem HSO.Digital Lernmodell (Mix aus Online- und Präsenzunterricht) für eine ideale Integration in den Berufsalltag.
- Praxisnah: Dozierende aus der Wirtschaft, reale Cases und eine dreitägige Studienreise sorgen für maximalen Praxisbezug. Einen Einblick gibt das Interview mit dem Wirtschaftsinformatik-Dozenten Robin Pekerman.
- Zusätzliche Zertifikate: Während des Studiums lassen sich international anerkannte Zertifikate (z. B. IPMA, IREB) vergünstigt erwerben.
- Durchlässig: Direkte Anschlussmöglichkeiten an Bachelor-Studiengänge (z. B. via SRH-Brückenangebot), NDS HF oder EMBA.
Dein nächster Schritt
Schnittstellenrollen in der Wirtschaftsinformatik zahlen sich aus – und das HF-Diplom bereitet gezielt darauf vor: praxisnah, anerkannt und durchlässig. Welcher Weg zu Deinem Ziel passt, lässt sich am besten im Gespräch klären.
Zum Lehrgang Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF
Dipl. Wirtschaftsinformatiker:in HF
Das berufsbegleitende HF-Diplom auf NQR-Stufe 6 – für Schnittstellen- und Führungsverantwortung.
Wirtschaftsinformatiker:in mit eidg. Fachausweis
Die kompakte Vertiefung auf NQR-Stufe 5 in drei Semestern – mit Bundesbeitrag nach Prüfungsantritt.
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