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Du arbeitest schon ein paar Jahre in der ICT, wirst zunehmend in Sicherheitsthemen reingezogen und merkst: Verantwortung ja, formaler Nachweis nein. Genau diese Lücke schliesst der Cyber Security Specialist mit eidg. Fachausweis. Er macht Deine Spezialisierung auf Informationssicherheit auf eidgenössischer Stufe sichtbar und bereitet Dich auf eine Rolle vor, in der präventiver Schutz und reaktive Vorfallbewältigung Dein Tagesgeschäft sind. In diesem Artikel zeige ich Dir, was Dich im Lehrgang erwartet, welche Voraussetzungen für die Berufsprüfung gelten, wie das Studium an der HSO abläuft und was es Dich am Ende wirklich kostet.
Was macht ein Cyber Security Specialist?
Als Cyber Security Specialist bist Du die operative Fachkraft für Cyber-Sicherheit in Deiner Organisation. Du arbeitest typischerweise in mittleren oder grossen privaten Unternehmen sowie in öffentlichen Institutionen.
Deine Hauptaufgaben verteilen sich auf zwei Stossrichtungen:
- Präventiv: Du schützt die Informations- und Kommunikationssysteme Deiner Organisation gegen Angriffe aus dem Cyber-Raum.
- Reaktiv: Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, bewältigst Du ihn strukturiert, sicherst Beweismittel, analysierst Ursachen und führst Schutzmassnahmen ein.
Zusätzlich führst Du als Cyber Security Specialist kleinere Teams im operativen Betrieb oder in Projekten und berätst interne Anspruchsgruppen in fachlicher Hinsicht.

Inhalte des Lehrgangs
Der HSO-Lehrgang orientiert sich vollumfänglich an den Vorgaben der eidgenössischen Berufsprüfung. Er gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Levels:
- Foundation Level (1. Semester): Die notwendigen Grundlagen der Informationssicherheit werden vermittelt.
- Advanced Level (2. Semester): Vertiefung und weiterführende Kompetenzen.
- Expert Level (3. Semester): Repetition des gesamten Stoffs, Fallstudien und gezieltes Prüfungstraining.
Die Inhalte sind entlang von vier Handlungsfeldern aufgebaut, die exakt den Aufgaben einer Cyber Security Specialist im Berufsalltag entsprechen:
- Systeme präventiv schützen: Du lernst, Bedrohungen zu beobachten und zu analysieren, Schwachstellen zu erkennen und zu schliessen sowie Stakeholder zu beraten und zu schulen.
- Sicherheitsvorfälle erkennen: Im Fokus stehen Überwachung, Analyse und Interpretation von Sicherheitsdaten. Du triagierst und dokumentierst Vorfälle korrekt.
- Sicherheitsvorfälle bewältigen: Du beherrschst den vollständigen Prozess: Sofortmassnahmen umsetzen, Beweismittel sichern, Ursachen analysieren, Schutzmassnahmen entwickeln und einführen.
- Sicherheitslösungen planen und umsetzen: Du prüfst Machbarkeit und Wirksamkeit von Massnahmen, leitest Teilprojekte, führst Teams und arbeitest mit Aufwand- und Budgetschätzungen.
Voraussetzungen für die Zulassung
Wichtig zu wissen: Die Zulassung gilt nicht für den HSO-Lehrgang selbst, sondern für die eidgenössische Berufsprüfung am Ende. Die Bedingungen müssen zum Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung erfüllt sein, und die Zulassung erfolgt ausschliesslich durch die Prüfungsorganisation.
Zugelassen ist, wer einen der folgenden Wege belegt:
- Ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im Berufsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) und mindestens zwei Jahre Berufspraxis im Bereich Informationssicherheit oder Cyber-Sicherheit.
- Ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (anderes Berufsfeld), einen Abschluss einer höheren schulischen Allgemeinbildung oder einen gleichwertigen Abschluss und mindestens vier Jahre Berufspraxis im ICT-Berufsfeld, davon mindestens zwei Jahre in der Informationssicherheit oder Cyber-Sicherheit.
- Mindestens sechs Jahre Berufspraxis im ICT-Berufsfeld, davon mindestens zwei Jahre in der Informationssicherheit oder Cyber-Sicherheit.
- Erfolgreich absolvierter Cyber-Lehrgang der Armee und mindestens ein Jahr Berufspraxis in der Informationssicherheit oder Cyber-Sicherheit.
Bist Du Dir bei Deinem Profil unsicher, kläre die Anrechnung Deiner Praxisjahre vor der Anmeldung im Beratungsgespräch ab.

Ablauf des Studiums
Das Studium dauert drei Semester und startet einmal pro Jahr im Mai. Es findet nach dem Modell HSO.Digital statt, einem transferorientierten Blended-Learning-Konzept. Konkret kombiniert das Modell drei Elemente:
- Angeleitetes Selbststudium: Über die Lernplattform OpenOlat erarbeitest Du Dir theoretisches Wissen mit Lernvideos, E-Learnings, Lernkontrollen und gezielten Aufträgen. Örtlich und zeitlich maximal flexibel.
- Virtuelles Klassenzimmer: An einem Tag pro Woche besuchst Du den Unterricht online. Hier wird das im Selbststudium erarbeitete Wissen besprochen und vertieft. Der Unterricht dauert 4 bis 5 Lektionen à 45 Minuten.
- Präsenz-Workshops vor Ort: Alle 7 bis 8 Wochen findet ein ganztägiger Workshop statt. Hier vertiefst Du themenspezifische Inhalte mit klarem Fokus auf die eidgenössische Prüfung. Die Workshops finden wahlweise in Zürich oder Bern statt.
Dieses Modell ist berufsbegleitend ausgelegt. Du behältst Deine bestehende Stelle und wendest das Gelernte direkt im Berufsalltag an.
Studiengebühren und Bundesbeiträge
Die Brutto-Studiengebühr setzt sich aus drei Positionen zusammen:
- Semestergebühr: 3 Semester à CHF 4’995.- = CHF 14’985.-
- Einschreibegebühr: CHF 410.-
- Lernressourcenpauschale: CHF 1’230.-
Da der Cyber Security Specialist ein eidgenössischer Fachausweis ist, profitierst Du von Bundesbeiträgen: Bis zu 50% der anrechenbaren Kurs- und Lehrmittelkosten werden Dir nach absolvierter eidgenössischer Berufsprüfung zurückerstattet, maximal CHF 9’500.-.
Der Ablauf ist klar geregelt: Die HSO stellt Dir den regulären Betrag in Rechnung. Nach Abschluss der eidgenössischen Schlussprüfung kannst Du die anrechenbaren Kosten beim Bund zurückfordern. Konkret reduziert sich die Semestergebühr nach Rückerstattung auf eine Netto-Studiengebühr von CHF 8’312.50, exklusive Zusatzkosten, externer Prüfungskosten und der Lernressourcenpauschale.
Beachte zusätzlich die externen Prüfungskosten der Prüfungsorganisation für die Anmeldung zur eidg. Berufsprüfung. Bezahlt wird wahlweise pro Semester im Voraus oder pro Monat im Voraus, mit Ratenzuschlag von CHF 15.- pro Rate.

Abschluss und Karriereperspektiven
Mit dem erfolgreichen Bestehen der eidgenössischen Berufsprüfung trägst Du den geschützten Titel Cyber Security Specialist mit eidg. Fachausweis. Dieser Abschluss ist in der Schweizer Bildungslandschaft auf der Stufe der höheren Berufsbildung verankert.
Dir stehen damit zwei klar definierte Anschlusswege offen:
- Eidgenössische Diplome (HFP): Der Fachausweis ist die formale Grundlage für die Zulassung zur Höheren Fachprüfung als ICT-Manager:in oder als ICT Security Expert:in.
- Hochschulen: Der Abschluss lässt sich auf CAS, DAS und MAS sowie auf Studiengänge auf Hochschulstufe anrechnen. Da die Anrechnungspraxis je nach Institution unterschiedlich ist, lohnt sich die individuelle Abklärung mit der Zielhochschule.
Inhaltlich qualifiziert Dich der Lehrgang für Rollen wie Information Security Officer, IT-Security-Engineer oder Security Analyst im Security Operations Center. Konkret rückst Du damit aus dem operativen ICT-Betrieb in eine spezialisierte Sicherheitsrolle mit Führungsanteil.
Dein nächster Schritt
Wenn Du in der ICT zuhause bist und die zwei Jahre Praxiserfahrung im Sicherheitsbereich entweder schon mitbringst oder absehbar erreichst, ist der Cyber Security Specialist mit eidg. Fachausweis der nächste logische Karriereschritt. Im persönlichen Beratungsgespräch klären wir gemeinsam Deine Zulassung zur eidg. Prüfung, die passende Durchführung in Zürich oder Bern und Deine Finanzierungsmöglichkeiten.
Cyber Security Specialist mit eidg. FA
Der Hauptlehrgang im Detail: Inhalte, Termine, Standorte und Anmeldung.
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