Das Wichtigste in Kürze

  • Beruf: Fachleute Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis führen das Finanz- und Rechnungswesen von KMU oder übernehmen qualifizierte Aufgaben in Rechnungswesen, Reporting und Controlling grösserer Unternehmen.
  • Aufgaben: Jahresabschlüsse, Steuern und Mehrwertsteuer, Lohn- und Sozialversicherungsadministration sowie Planungs- und Mittelflussrechnungen.
  • Zulassung: ein EFZ, eine Matura oder ein gleichwertiger Ausweis, drei Jahre Fachpraxis (mindestens 80 Prozent), ein anerkanntes Informatik-Zertifikat wie das SIZ PU41, erfolgreich absolvierte Führungsmodule und kein einschlägiger Eintrag im Zentralstrafregister. Diese Bedingungen gelten kumulativ.
  • Dauer: der berufsbegleitende Vorbereitungslehrgang dauert drei Semester plus Prüfungstraining, danach folgt die eidgenössische Berufsprüfung.
  • Lohn: laut jobs.ch (Stand Juli 2026) im Schnitt rund CHF 100’000 brutto im Jahr, je nach Region und Verantwortung auch mehr.
  • Finanzierung: der Bund erstattet bis zu 50 Prozent der Kursgebühren (max. CHF 9’500), sobald Du zur eidgenössischen Prüfung antrittst, unabhängig vom Ergebnis.

Wer im Rechnungswesen arbeitet und mehr Verantwortung will, landet früher oder später beim eidgenössischen Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen. Er ist ein anerkannter eidgenössischer Fachausweis für Fachpersonen mit Verantwortung im Finanz- und Rechnungswesen. Der Weg dorthin ist klar geregelt, und wer die Zulassungsbedingungen früh kennt, kann gezielter planen.

Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen prüft einen Jahresabschluss am Schreibtisch

Warum die Zulassung Deinen Fahrplan bestimmt

Die eidgenössische Berufsprüfung «Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen» verlangt mehr als Fachwissen. Als Ausweis zählt ein Abschluss auf Sekundarstufe II, also ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, eine gymnasiale Maturität, eine Fachmaturität oder ein Fachmittelschulausweis. Ebenso anerkannt sind ein von der Prüfungskommission anerkanntes Zertifikat oder Diplom als Sachbearbeiter:in Rechnungswesen, ein Fachausweis einer Berufsprüfung oder ein Diplom einer höheren Fachprüfung sowie der Abschluss einer höheren Fachschule, Hochschule oder Fachhochschule.

Der Ausweis allein genügt aber nicht. Kumulativ dazu kommen drei Jahre Fachpraxis bei einem Arbeitspensum von mindestens 80 Prozent, ein von der Prüfungskommission anerkanntes Informatik-Zertifikat wie das SIZ Advanced Modul PU41 (bei der Anmeldung nicht älter als fünf Jahre), fristgerecht und erfolgreich absolvierte Online-Module im Bereich Führung sowie kein einschlägiger Eintrag im Zentralstrafregister.

Diese Bedingungen sind kein Hindernis, sondern eine Planungsgrösse. Du weisst von Tag eins, was Dir noch fehlt. Übrigens: wer keinen der genannten Ausweise besitzt, kann trotzdem zugelassen werden, sofern die doppelte Fachpraxis nachgewiesen wird.

Wer noch am Anfang steht

Arbeitest Du erst seit Kurzem im Rechnungswesen? Dann fehlt Dir meist weniger das Talent als die anrechenbare Praxis. Ein bewährter erster Schritt ist die Sachbearbeitung im Rechnungswesen. Das anerkannte Zertifikat zählt als Zulassungsausweis, und die Berufsjahre sammelst Du parallel. So erfüllst Du die Bedingungen Schritt für Schritt, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Was Fachleute Finanz- und Rechnungswesen täglich machen

Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen betreuen den gesamten Aufgabenbereich des finanziellen und betrieblichen Rechnungswesens, inklusive der finanzspezifischen Personaladministration. Du führst die Buchhaltung, erstellst Bilanz und Erfolgsrechnung und verantwortest die Lohnadministration samt Sozialversicherungen und beruflicher Vorsorge.

Dazu kommen die Steuern: von der Mehrwertsteuer über Quellen- und Verrechnungssteuer bis zur steuerlichen Einordnung des Jahresabschlusses. In grösseren Unternehmen arbeitest Du in Rechnungswesen, Finanzberichterstattung und Controlling mit, etwa an Mittelfluss-, Planungs- oder Konzernrechnungen.

Leitung statt nur Verbuchung

Den Unterschied zur reinen Sachbearbeitung macht die Verantwortung. Der Fachausweis qualifiziert Dich für mögliche Leitungsfunktionen, von der Leitung des Finanz- und Rechnungswesens in kleineren und mittleren Unternehmen bis zur kaufmännischen Leitung. Du setzt anspruchsvolle steuerliche, sozialversicherungstechnische und rechtliche Bestimmungen praxisgerecht um und triffst Einschätzungen, für die andere zurückfragen müssen. Auch treuhänderische Aufgaben und Revisionstätigkeiten gehören zu den möglichen Einsatzgebieten.

Fachmann Finanz- und Rechnungswesen bespricht Zahlen mit einer KMU-Inhaberin am Besprechungstisch

Was Du mit dem Fachausweis verdienst

Beim Lohn lohnt sich ein nüchterner Blick. Stand Juli 2026 verdienen Fachleute Finanz- und Rechnungswesen in der Schweiz laut jobs.ch im Schnitt rund CHF 100’000 brutto im Jahr, basierend auf 1’781 Lohnangaben. Je nach Kanton verschiebt sich die Zahl: In Genf und Zug liegen die Durchschnittswerte über CHF 110’000, in anderen Regionen darunter.

Wie viel am Ende auf Deinem Lohnausweis steht, hängt von Funktion, Erfahrung, Region und Verantwortung ab, also davon, ob Du im Team mitarbeitest oder das Rechnungswesen verantwortest.

Der Weg zum eidgenössischen Fachausweis Schritt für Schritt

Der Weg hat eine feste Reihenfolge. Zuerst klärst Du die Zulassung, dann besuchst Du den Vorbereitungslehrgang, am Schluss steht die eidgenössische Berufsprüfung des Vereins für die höheren Prüfungen in Rechnungswesen und Controlling (examen.ch).

Der berufsbegleitende Lehrgang an der HSO dauert drei Semester plus Prüfungstraining, mit einem Start pro Jahr. Rund 480 Lektionen Kontaktstudium werden durch angeleitetes und freies Selbststudium ergänzt. Die Module decken die Handlungsfelder der Prüfung ab: vom finanziellen und betrieblichen Rechnungswesen über Steuern, Lohnadministration und Sozialversicherungen bis zu Mittelflussrechnung, Planungsrechnung und Konzernrechnung. Du arbeitest weiter, während Du lernst, und wendest den Stoff direkt im eigenen Berufsalltag an.

Was nach dem Fachausweis möglich wird

Der Fachausweis ist auf NQR-Stufe 6 eingestuft und führt einen geschützten Titel: «Fachfrau/Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidgenössischem Fachausweis». Er gilt als Voraussetzung für die höheren Fachprüfungen, etwa zur Expertin in Rechnungslegung und Controlling, zum Steuer- und Treuhandexperten oder zur Wirtschaftsprüferin.

Wer lieber breiter in Richtung Führung geht, hängt ein Nachdiplomstudium HF an oder absolviert den Diplomlehrgang zur Betriebswirtschafterin HF. An der HSO lernst Du diese Schritte berufsbegleitend und bei Dozierenden aus der Praxis, sodass Du das Erlernte sofort im Berufsalltag einsetzt.

Berufstätige Person blickt aus einem modernen Büro über eine Schweizer Stadt

Was die Weiterbildung kostet und wie der Bund mitzahlt

Die Gesamtstudiengebühr für den Vorbereitungslehrgang an der HSO beträgt CHF 17’230, inklusive Einschreibegebühr und Lehrmittelpauschale. Dazu kommen die externe Gebühr für die eidgenössische Berufsprüfung von CHF 2’000 (vgl. examen.ch) und, falls Du das SIZ-Zertifikat noch brauchst, die Kosten für das entsprechende Modul an der HSO.

Vorbereitungslehrgänge auf eine eidgenössische Berufsprüfung sind subventioniert. Der Bund erstattet Dir bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kurs- und Lehrmittelkosten, maximal CHF 9’500. Diese Subjektfinanzierung bekommst Du als Person ausbezahlt, nicht die Schule.

Wichtig ist der Auslöser: Du erhältst das Geld, sobald Du zur eidgenössischen Prüfung antrittst, unabhängig vom Ergebnis. Du musst die Prüfung also nicht bestehen, um die Rückerstattung zu beantragen. Wie sich die Kosten zusammensetzen und welche Stipendien dazukommen, zeigt Dir unser Beitrag zur Finanzierung Deiner Weiterbildung. Die genauen Beträge für Deinen Lehrgang klärst Du am besten im persönlichen Beratungsgespräch.

Häufige Fragen

Nein, eine kaufmännische Lehre ist nicht zwingend. Für die Ausweisvoraussetzung genügt ein EFZ, eine Matura, ein Fachmittelschulausweis, ein anerkanntes Sachbearbeiter-Zertifikat oder -Diplom Rechnungswesen oder ein höherer Abschluss. Wer keinen dieser Ausweise hat, kann diese eine Voraussetzung mit der doppelten Fachpraxis ersetzen. Die übrigen Bedingungen bleiben in jedem Fall bestehen: drei Jahre Fachpraxis, ein anerkanntes Informatik-Zertifikat, erfolgreich absolvierte Führungsmodule und kein einschlägiger Eintrag im Zentralstrafregister.

Der Vorbereitungslehrgang dauert drei Semester berufsbegleitend, plus Prüfungstraining. Dazu kommen die drei Jahre Fachpraxis, die Du teils parallel sammelst. Da der Lehrgang einmal pro Jahr startet, lohnt sich eine frühe Planung.

Ein von der Prüfungskommission anerkanntes Informatik-Zertifikat wie das SIZ Advanced Modul PU41 ist eine Zulassungsbedingung zur Berufsprüfung. Es darf bei der Anmeldung nicht älter als fünf Jahre sein. Du kannst es begleitend an der HSO erwerben, falls es Dir noch fehlt.

Der Abschluss kann Dich von der Sachbearbeitung zu mehr Verantwortung führen, und solche Funktionen sind im Markt oft besser bezahlt. Dazu erstattet der Bund bis zu 50 Prozent der Kursgebühren, sobald Du zur Prüfung antrittst, was die Investition deutlich senkt.

Geht es Dir um Buchhaltung, Abschluss und Controlling im Unternehmen, ist der Fachausweis Finanz- und Rechnungswesen Dein Ziel. Willst Du ganze Kundenmandate inklusive Steuern und Beratung verantworten, passt der Treuhänder-Fachausweis besser. Der eidgenössische Fachausweis im Überblick hilft Dir beim Vergleich.

So startest Du Richtung Fachausweis

Der Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen belohnt einen klaren Plan: Zulassung klären, Praxis sammeln, Lehrgang starten. Wenn Du heute im Rechnungswesen stehst, ist der nächste Schritt selten ein Sprung. Es ist die richtige Reihenfolge aus Praxis, Vorbereitung und Prüfung.

An der HSO legst Du diese Grundlage berufsbegleitend, mit Dozierenden aus der Praxis und hohem Praxisbezug. Im persönlichen Beratungsgespräch ordnen wir Deine bisherige Erfahrung ein und zeigen Dir, ob Du direkt starten kannst oder welcher Zwischenschritt für Dich sinnvoll ist.

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