Schweizer Berufsperson hält HF-Diplom mit neuem Professional-Bachelor-Titelzusatz in der Hand
Mit der BBG-Reform 2026 erhalten HF- und eidg. Abschlüsse den international verständlichen Titelzusatz «Professional Bachelor».

Das Wichtigste in Kürze

  • Was die Reform bringt: Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes (BBG) erhalten Abschlüsse der höheren Berufsbildung das Recht, einen englischen Titelzusatz zu führen: «Professional Bachelor» für eidg. Fachausweis (BP) und HF-Diplom, «Professional Master» für die Höhere Fachprüfung (HFP, eidg. Diplom).
  • Was gleich bleibt: Es ist kein neues Studium und keine neue Prüfung nötig. Inhalt, Dauer und Diplom deiner Ausbildung bleiben praxisnah wie bisher.
  • Auf welchem Niveau: Die Titel orientieren sich am Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR). Der Professional Bachelor deckt die NQR-Niveaus 5 bis 6 ab, HF-Diplome liegen auf Niveau 6, die HFP auf Niveau 7 (Master-Niveau).
  • Wie der Titel geführt wird: Immer in Kombination mit dem geschützten Schweizer Abschluss. «Professional Bachelor» allein ist nicht zulässig.
  • Ab wann: Die Referendumsfrist ist am 17. April 2026 ungenutzt abgelaufen. Der Bundesrat hat das Inkrafttreten am 24. Juni 2026 auf den 1. Oktober 2026 festgelegt.

«Und was ist das auf Englisch?»

Diese Frage bringt viele Absolvierende in Verlegenheit. Du hast eine anspruchsvolle Weiterbildung gemeistert, hältst stolz dein Diplom einer Höheren Fachschule (HF) oder einen Eidgenössischen Fachausweis in den Händen und bist Profi auf deinem Gebiet. Doch im Gespräch mit internationalen Recruitern oder bei der Eingabe in englische HR-Portale gerätst du ins Stocken.

Das Problem ist der sogenannte «Title Gap». Obwohl sich deine Ausbildung auf der Tertiärstufe befindet, also auf dem gleichen Niveau wie Hochschulabschlüsse, fehlt im Lebenslauf oft das weltweit geläufige Label «Bachelor» oder «Master». HR-Systeme und LinkedIn-Algorithmen arbeiten oft mit Filtern. Wer «Degree Requirements» wie einen Bachelor nicht im Profil stehen hat, fällt durchs Raster, noch bevor ein Mensch die Qualifikation prüft.

Die Reform 2026: Stärkung der höheren Berufsbildung

Damit ist bald Schluss. Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes (BBG) stärkt die Schweiz die höhere Berufsbildung massiv. Das Parlament hat die Vorlage am 19. Dezember 2025 verabschiedet. Das Ziel lautet Sichtbarkeit, Ansehen und internationale Vergleichbarkeit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was sich ändert: Du erhältst das Recht, einen englischen Titelzusatz zu führen.
  • Was gleich bleibt: Es ist kein neues Studium und keine neue Prüfung nötig. Der Inhalt deiner Ausbildung bleibt praxisnah wie bisher.
  • Das Paket: Neben den neuen Titeln wird auch die Bezeichnung «Höhere Fachschule» geschützt, und Englisch kann künftig als Prüfungssprache angeboten werden.

Wie die höhere Berufsbildung im Verhältnis zum klassischen Hochschulweg einzuordnen ist, vertiefen wir im Beitrag Professional Bachelor vs. FH-Bachelor: Welcher Abschluss passt zu wem?.

Die neuen Titelzusätze im Detail

Der Kern der Reform sind die neuen Titelzusätze. Sie dienen der Übersetzung und Einordnung, dürfen aber keinesfalls isoliert verwendet werden. Die Regel lautet: Der geschützte Schweizer Abschluss steht immer vorne, der neue Titel folgt als Zusatz.

Die folgende Übersicht zeigt, welcher Abschluss welchen Titelzusatz auf welchem NQR-Niveau erhält.

Zuordnung der Schweizer Abschlüsse der höheren Berufsbildung zu den neuen englischen Titelzusätzen und ihrem NQR-Niveau.
Schweizer Abschluss Englischer Titelzusatz NQR-Niveau
Berufsprüfung (eidg. Fachausweis) Professional Bachelor 5 bis 6
Höhere Fachschule (HF-Diplom) Professional Bachelor 6
Höhere Fachprüfung (eidg. Diplom) Professional Master 7

Professional Bachelor

Dieser Titelzusatz gilt für Abschlüsse der Berufsprüfung (Eidg. Fachausweis) und der Höheren Fachschulen (HF). Sie liegen auf NQR-Niveau 5 bis 6, HF-Diplome auf Niveau 6, dem Niveau eines akademischen Bachelors. Bei der Schreibweise gibt es einen feinen Unterschied.

  • Bei Eidg. Fachausweisen (BP): Der Titel wird als Zusatz angehängt.
    Beispiel: «Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor»
  • Bei HF-Diplomen: Hier dürfte der Zusatz eine fachliche Vertiefung mit «in» enthalten; die definitiven englischen Bezeichnungen publiziert das SBFI.
    Beispiel: «Dipl. Betriebswirtschafterin HF, Professional Bachelor in Business Administration»

Professional Master

Dieser Titel ist für die höchste Stufe der höheren Berufsbildung reserviert, die Höhere Fachprüfung (HFP), also das Eidgenössische Diplom. Sie ist auf NQR-Niveau 7 eingeordnet und entspricht damit dem Master-Niveau.

Beispiel: «Eidg. dipl. Verkaufsleiter, Professional Master»

Gleichwertig, aber anders

Die Reform betont die Gleichwertigkeit zum akademischen Weg, aber nicht die Gleichartigkeit. «Professional» signalisiert sofort, dass hier jemand aus der Praxis kommt. Es ist kein akademischer Titel einer Universität, sondern der Beweis für duale Bildungsexzellenz. Wer den Unterschied zum FH-Bachelor im Detail verstehen will, findet ihn im direkten Vergleich von Professional Bachelor und FH-Bachelor.

Internationale HR-Verantwortliche prüfen Lebenslauf mit Schweizer Abschluss und englischem Titelzusatz
Der englische Titelzusatz macht Schweizer Praxisabschlüsse in internationalen HR-Systemen sofort einordbar.

Warum das mehr ist als Kosmetik

Für dich als Arbeitnehmer und für HR-Profis bringt diese Neuerung konkrete Vorteile:

  • Schnellere Einordnung: Im Ausland oder in internationalen Konzernen signalisiert «Bachelor/Master» sofort das Kompetenzniveau, ohne dass du die schweizerische Praxisnähe erklären musst.
  • Faktenbasierte Vergleichbarkeit: Die Titel orientieren sich am Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR Niveau 5 bis 6 für HF und eidg. Fachausweis, Niveau 7 für die HFP) und sind damit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) zugeordnet.
  • Prestige-Upgrade: Dein Abschluss wird «profil-tauglicher». Das Selbstbewusstsein der höheren Berufsbildung wird endlich auch im Titel sichtbar.
  • Effizienteres Recruiting: Für HR-Verantwortliche bedeutet dies sauberere Stellenprofile. Das «Fehlmatching» nimmt ab, weil Talente nicht mehr aufgrund fehlender Schlagworte aussortiert werden.

Timeline: Der Fahrplan

Wir befinden uns aktuell in der heissen Phase. Der folgende Fahrplan zeigt, wo die Reform steht und wann die Titel geführt werden dürfen.

Schlussabstimmung
19. Dezember 2025, im Parlament verabschiedet


Referendumsfrist
17. April 2026, ungenutzt abgelaufen


Bundesrat setzt Datum
am 24. Juni 2026 festgelegt


Inkrafttreten
am 1. Oktober 2026

Ab dem offiziellen Inkrafttreten dürfen die Titel geführt werden. Der Zusatz gilt dabei auch für bereits abgeschlossene Ausbildungen. Was das konkret für laufende Studierende und Alumni bedeutet, ordnen wir im Beitrag Was HF-Studierende und Alumni jetzt wissen müssen ein.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Reform

Nein. Er ordnet deinen Abschluss im Qualifikationsrahmen ein (NQR-Niveau 5 bis 6, HF-Diplome auf Niveau 6) und verweist zugleich auf den berufspraktischen Weg. Wichtig: Dieser Titel berechtigt nicht automatisch zu einem weiterführenden Studium an einer universitären Hochschule (keine automatische Passerelle). Die Unterschiede beleuchten wir im Vergleich mit dem FH-Bachelor.

Nein. Dein bestehender Abschluss oder deine laufende Ausbildung berechtigen dich automatisch zum Titelzusatz.

Nur in Kombination. «Hans Muster, Professional Bachelor» ist nicht zulässig. Richtig ist: «Hans Muster, Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor». Wie du deinen Titelzusatz konkret erhältst, ist auf unserer Seite Professional Bachelor Titel erhalten zusammengefasst.

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Vielleicht überlegst du gerade, ob du eine Weiterbildung starten sollst. Die Reform 2026 ist das beste Argument dafür: Deine Investition in Bildung wird aufgewertet.

Als Anbieterin von HF-Studiengängen (wie Dipl. Betriebswirtschafter/in HF oder Wirtschaftsinformatiker/in HF) und Vorbereitungskursen für Berufsprüfungen (z. B. Technische Kaufleute, HR-Fachleute) sorgt die HSO dafür, dass dein Abschluss «future-proof» ist.

Wenn du jetzt startest oder bereits bei uns studierst, wirst du deinen Abschluss voraussichtlich bereits unter dem neuen Recht machen oder profitierst direkt nach Abschluss von der automatischen Aufwertung. Du holst dir also das klassische Schweizer Qualitätsmerkmal, jetzt inklusive internationalem Upgrade.

Nächste Schritte

Warte nicht ab, um deine Karriere zu planen. Nutze die Zeit bis zum Inkrafttreten des Gesetzes für deine Weiterbildung. Informiere dich jetzt über unsere HF-Studiengänge und Lehrgänge für eidg. Fachausweise und sichere dir deinen «Professional Bachelor».

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