Professional Bachelor: Was die Reform 2026 für HF- und eidg. Abschlüsse bedeutet
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«Und was ist das auf Englisch?»
Diese Frage bringt viele Absolvierende in Verlegenheit. Du hast eine anspruchsvolle Weiterbildung gemeistert, hältst stolz dein Diplom einer Höheren Fachschule (HF) oder einen Eidgenössischen Fachausweis in den Händen und bist Profi auf deinem Gebiet. Doch im Gespräch mit internationalen Recruitern oder bei der Eingabe in englische HR-Portale gerätst du ins Stocken.
Das Problem ist der sogenannte «Title Gap». Obwohl sich deine Ausbildung auf der Tertiärstufe befindet, also auf dem gleichen Niveau wie Hochschulabschlüsse, fehlt im Lebenslauf oft das weltweit geläufige Label «Bachelor» oder «Master». HR-Systeme und LinkedIn-Algorithmen arbeiten oft mit Filtern. Wer «Degree Requirements» wie einen Bachelor nicht im Profil stehen hat, fällt durchs Raster, noch bevor ein Mensch die Qualifikation prüft.
Die Reform 2026: Stärkung der höheren Berufsbildung
Damit ist bald Schluss. Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes (BBG) stärkt die Schweiz die höhere Berufsbildung massiv. Das Parlament hat die Vorlage am 19. Dezember 2025 verabschiedet. Das Ziel lautet Sichtbarkeit, Ansehen und internationale Vergleichbarkeit.
Das Wichtigste in Kürze:
- Was sich ändert: Du erhältst das Recht, einen englischen Titelzusatz zu führen.
- Was gleich bleibt: Es ist kein neues Studium und keine neue Prüfung nötig. Der Inhalt deiner Ausbildung bleibt praxisnah wie bisher.
- Das Paket: Neben den neuen Titeln wird auch die Bezeichnung «Höhere Fachschule» geschützt, und Englisch kann künftig als Prüfungssprache angeboten werden.
Die neuen Titelzusätze im Detail
Der Kern der Reform sind die neuen Titelzusätze. Sie dienen der Übersetzung und Einordnung, dürfen aber keinesfalls isoliert verwendet werden. Die Regel lautet: Der geschützte Schweizer Abschluss steht immer vorne, der neue Titel folgt als Zusatz.
Professional Bachelor
Dieser Titelzusatz gilt für Abschlüsse der Berufsprüfung (Eidg. Fachausweis) und der Höheren Fachschulen (HF). Hier gibt es jedoch einen feinen Unterschied in der Schreibweise.
- Bei Eidg. Fachausweisen (BP): Der Titel wird als Zusatz angehängt.
Beispiel: «Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor» - Bei HF-Diplomen: Hier darf der Zusatz ein «in» enthalten, was die fachliche Vertiefung betont.
Beispiel: «Dipl. Betriebswirtschafterin HF, Professional Bachelor in Business Administration»
Professional Master
Dieser Titel ist für die höchste Stufe der Berufsbildung reserviert, die Höhere Fachprüfung (HFP), also das Eidgenössische Diplom.
Beispiel: «Eidg. dipl. Verkaufsleiter, Professional Master»
Gleichwertig, aber anders
Die Reform betont die Gleichwertigkeit zum akademischen Weg, aber nicht die Gleichartigkeit. «Professional» signalisiert sofort, dass hier jemand aus der Praxis kommt. Es ist kein akademischer Titel einer Universität, sondern der Beweis für duale Bildungsexzellenz.
Warum das mehr ist als Kosmetik
Für dich als Arbeitnehmer und für HR-Profis bringt diese Neuerung konkrete Vorteile:
- Schnellere Einordnung: Im Ausland oder in internationalen Konzernen signalisiert «Bachelor/Master» sofort das Kompetenzniveau, ohne dass du die schweizerische Praxisnähe erklären musst.
- Faktenbasierte Vergleichbarkeit: Die Titel orientieren sich am Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) und sind damit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) zugeordnet.
- Prestige-Upgrade: Dein Abschluss wird «profil-tauglicher». Das Selbstbewusstsein der höheren Berufsbildung wird endlich auch im Titel sichtbar.
- Effizienteres Recruiting: Für HR-Verantwortliche bedeutet dies sauberere Stellenprofile. Das «Fehlmatching» nimmt ab, weil Talente nicht mehr aufgrund fehlender Schlagworte aussortiert werden.
Timeline: Der Fahrplan
Wir befinden uns aktuell in der heissen Phase. Hier ist der Fahrplan:
- Status Quo (Januar 2026): Die Schlussabstimmung im Parlament ist erfolgt. Aktuell läuft die Referendumsfrist bis zum 17. April 2026.
- Geplantes Inkrafttreten: Wenn kein Referendum ergriffen wird (oder dieses scheitert), tritt das Gesetz voraussichtlich am 1. Juli 2026 in Kraft. Ab diesem Stichtag dürfen die Titel geführt werden.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Reform
Nein. Er zeigt an, dass dein Abschluss im Qualifikationsrahmen auf demselben Niveau liegt, verweist aber auf den berufspraktischen Weg. Wichtig: Dieser Titel berechtigt nicht automatisch zu einem weiterführenden Studium an einer universitären Hochschule (keine automatische Passerelle).
Nein. Dein bestehender Abschluss oder deine laufende Ausbildung berechtigen dich automatisch zum Titelzusatz.
Nur in Kombination. «Hans Muster, Professional Bachelor» ist nicht zulässig. Richtig ist: «Hans Muster, Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor».
HSO-Perspektive: Warum ein Start jetzt zukunftssicher ist
Vielleicht überlegst du gerade, ob du eine Weiterbildung starten sollst. Die Reform 2026 ist das beste Argument dafür: Deine Investition in Bildung wird aufgewertet.
Als Anbieterin von HF-Studiengängen (wie Dipl. Betriebswirtschafter/in HF oder Wirtschaftsinformatiker/in HF) und Vorbereitungskursen für Berufsprüfungen (z. B. Technische Kaufleute, HR-Fachleute) garantiert die HSO, dass dein Abschluss «future-proof» ist.
Wenn du jetzt startest oder bereits bei uns studierst, wirst du deinen Abschluss voraussichtlich bereits unter dem neuen Recht machen oder profitierst direkt nach Abschluss von der automatischen Aufwertung. Du holst dir also das klassische Schweizer Qualitätsmerkmal, jetzt inklusive internationalem Upgrade.
Nächste Schritte
Warte nicht auf 2026, um deine Karriere zu planen. Nutze die Zeit bis zum Inkrafttreten des Gesetzes für deine Weiterbildung. Informiere dich jetzt über unsere HF-Studiengänge und Lehrgänge für eidg. Fachausweise und sichere dir deinen «Professional Bachelor».
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